Begrenzte Waffenruhe in russisch besetzter ukrainischer Stadt Oleschky in Kraft getreten
In der russisch besetzten südukrainischen Stadt Oleschky ist eine örtlich begrenzte Waffenruhe in Kraft getreten. Die russischen Streitkräfte hätten am Dienstag "in der Region Oleschky im Gebiet Cherson ab 04.00 Uhr Moskauer Zeit" (03.00 Uhr Ortszeit, 02.00 Uhr MEZ) das Feuer eingestellt, teilte das russische Verteidigungsministerium im Onlinedienst Telegram mit. Dies geschehe "im Rahmen der Vorbereitungen für einen humanitären Einsatz".
Sowohl Moskau als auch Kiew hatten sich zur Einhaltung der Feuerpause in Oleschky bereit erklärt. Ob es seit ihrem Inkrafttreten tatsächlich zu einem Rückgang der Gefechte kam, konnte die Nachrichtenagentur AFP zunächst nicht verifizieren.
Das Weiße Haus hatte die von US-First-Lady Melania Trump vermittelte Waffenruhe für Oleschky zuvor angekündigt. Die Feuerpause soll angesichts gravierender Engpässe bei Lebensmitteln, Wasser und Medikamenten die Versorgung der Bevölkerung, Hilfslieferungen und die Evakuierung von Zivilisten ermöglichen.
Kremlsprecher Dmitri Peskow hatte am Montag erklärt, Russland werde seine Angriffe trotz der für November in Aussicht gestellten Dreiergespräche mit der Ukraine und den USA fortsetzen. Die Wiederaufnahme der Verhandlungen bedeute "keine Einschränkungen für die Kampfhandlungen". Moskau schloss allerdings weitere örtlich begrenzte Waffenruhen aus humanitären Gründen nicht aus.
Vergangene Woche hatte der russische Generalstabschef Waleri Gerassimow erklärt, die russische Armee werde ab Dienstag um 04.00 Uhr Moskauer Zeit die Waffen in der Umgebung von Oleschky ruhen lassen. Später teilte der ukrainische Generalstab mit, dass die Ukraine die Kampfhandlungen ab Dienstag um 03.00 Uhr Kiewer Zeit in einem begrenzten Gebiet einstellen werde, um eine humanitäre Mission zu ermöglichen.
Oleschky liegt am Ufer des Dnjepr in der Region Cherson und ist seit 2022 von Russland besetzt. Von den ursprünglich rund 24.000 Einwohnern sollen sich noch 1700 bis 2000 in der durch die Kämpfe schwer beschädigten Stadt aufhalten. Frühere Bewohner der Stadt hatten der Nachrichtenagentur AFP Anfang des Jahres berichtet, dass die in der Stadt verbliebenen Menschen hungerten, es ihnen an Medikamenten fehle und sie die Stadt nicht ohne Weiteres verlassen könnten.
G.Collins--SFF