"Jedes Wort zu viel": Gladbach am emotionalen Tiefpunkt
Moritz Nicolas war komplett bedient. "Es ist einfach brutal frustrierend", sagte der Torhüter von Borussia Mönchengladbach nach dem 1:2 (0:1) im Krisengipfel gegen die TSG Hoffenheim: "Aktuell ist jedes Wort zu viel. Wir müssen einfach zwingend schauen, dass wir Punkte holen. Und das sehr schnell."
Auch nach dem sechsten Spieltag wartet die Borussia weiter auf die ersten Zähler der Saison. Der Umschwung unter Trainer Alexander Blessin blieb aus, nach der Pleite im Derby beim 1. FC Köln folgte nun im strömenden Regen von Mönchengladbach der nächste Nackenschlag. "Bei aller Kritik und allem, was wir haben, werden wir den Laden morgen nicht zusperren", sagte Sportchef Rouven Schröder, der am Sonntag seinen 51. Geburtstag feierte. Vielmehr müsse man "in die Köpfe rein und Selbstvertrauen einflößen, anders wird es nicht funktionieren".
Auch Blessin war die Enttäuschung nach seiner verpatzten Heimpremiere anzumerken. Die weiße Fahne wollte der Nachfolger von Eugen Polanski aber nicht schon nach dem zweiten Spiel beim neuen Arbeitgeber schwenken. "In der Summe stehen wir wieder mit null Punkten da. Das ist ärgerlich", sagte Blessin: "Das ist aber auch das, was ich den Jungs im Kreis gesagt habe: Die Schwachen bleiben liegen, die Starken werden aufstehen."
Darum gehe "es jetzt wieder. Nach Niederlagen aufzustehen, auch wenn wenige daran glauben. Ich glaube daran", sagte Blessin: "Da gilt es aber trotzdem, in der täglichen Arbeit in den nächsten Wochen eine Schippe draufzulegen."
Schon am Freitag (20.30 Uhr/Sky) geht es für das abgeschlagene Schlusslicht beim Champions-League-Teilnehmer VfB Stuttgart weiter. "Wir haben eine kurze Woche. In Stuttgart rechnet keiner mit uns, dass wir da was holen", sagte Schröder. Doch das Geburtstagskind glaubt an Trainer und Mannschaft. "Definitiv müssen wir die nächsten Schritte machen. Aber es geht nur mit kleinen Schritten."
T.Rivera--SFF